Mag. Anna Maksys

Anleitung Übung: Validierung

Wenn ein Mensch das Gefühl hat, wirklich gehört zu werden – nicht bewertet, nicht korrigiert, einfach nur gehört – verändert sich etwas. Die Anspannung lässt nach. Raum entsteht. Das ist Validierung.

Validierung bedeutet, die Realität eines anderen Menschen als gültig anzuerkennen. Nicht weil man selbst dieselbe Sichtweise teilt, sondern weil jedes Erleben aus der Perspektive der Person, die es erlebt, seinen eigenen Sinn ergibt. Es ist eine der wirkungsvollsten Formen menschlicher Zuwendung – und gleichzeitig eine, die viele von uns nie wirklich gelernt haben.

Validierende Kommunikation

Ich versuche zu verstehen, wie du die Welt erlebst. Ich frage nach. Ich höre zu, ohne sofort eine Lösung parat haben zu wollen. Ich nehme mich selbst zurück und begegne deinen Gedanken und Gefühlen mit Respekt – auch dann, wenn ich die Situation vielleicht anders einschätze, dein Gefühl nicht teile, nicht verstehe.

Es bedeutet nicht, automatisch recht zu geben oder die eigene Meinung aufzugeben. Es bedeutet, dem Erleben des anderen einen Platz zu geben.

Validierung verbindet Erkenntnisse aus Bindungstheorie, Emotions- und Entwicklungspsychologie sowie Neurobiologie miteinander – und ist damit weit mehr als eine kommunikative Technik. Sie ist ein zentraler Wirkfaktor in jeder bedeutsamen Beziehung.

Folgende Sätze können als Einstieg und Inspiration in validierende Kommunikation dienen:

  • Wie war das für dich? Wie geht´s dir damit? Wie fühlt sich das an?
  • Möchtest du mehr darüber erzählen?
  • Das ist sicher nicht leicht für dich/ Ich kann nachvollziehen wie schwer es ist.
  • Ich merke was das mit dir macht.  
  • Ich sehe, dass du so empfindest. Ich glaube dir. Dein Erleben zählt.

Einzel-Übung: Frage dich selbst: Was habe ich heute gefühlt? Wo im Körper spürte ich dieses Gefühl? Was war der Auslöser dafür? Was habe ich mir über dieses Gefühl gesagt? Was hätte ich gebraucht? Was könnte ich mir mit einer liebevollen inneren Stimme stattdessen sagen?

Paar-Übung: jeder erzählt von Situationen, bei denen sie/er sich  unverstanden fühlt. Der andere hört/antwortet validierend: „Ich habe gehört, dass du dich … fühlst“. „Für dich war das … “ Keine Ratschläge, keine Korrekturen, keine Wertung. Nachspüren/Anerkennen wie es für den anderen war.

Familien-Übung: In welchen Momenten fühlst du dich richtig gesehen? Was verstehe ich (noch) nicht an dir? Was könnte ich tun, damit du dich geliebter fühlst? Wenn du eine Sache an unserer Familie ändern könntest, was wäre das? 

Warum validieren oft so schwer fällt

Wenn jemand leidet, möchten wir helfen. Oft bedeutet das: erklären, relativieren, aufmuntern. Sätze wie „So schlimm wird es schon nicht sein“, „Du bist einfach zu sensibel“ oder „Reiß dich zusammen“ entstehen selten aus böser Absicht – sondern aus Hilflosigkeit, aus eigener Überforderung, oder weil man selbst nie erfahren hat, wie es sich anfühlt, wirklich gehört zu werden.

Solche Äußerungen bewirken aber oft das Gegenteil von dem, was man möchte. Der andere zieht sich zurück, fühlt sich unverstanden – und bleibt mit seinen Gefühlen allein.

Validierende Kommunikation lernen

Eine validierende Haltung schafft Vertrauen, Nähe und echtes Verstehen. In der Einzel-, Paar- oder Familientherapie lässt sich diese Form der Kommunikation konkret üben – und wird oft zum Schlüssel, der dort Türen öffnet, wo Worte bisher eher als trennend denn als verbindend empfunden wurden.

Ich freue mich, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen – Meine Praxis für Einzel-, Paar- und Familientherapie liegt zentral in 1030 Wien.