Anleitung Übung: Validierung
Das Wort „Validieren“ stammt vom lateinischen „valere“ ab, was kräftig, wirksam und fest bedeutet. Heute wird der Begriff Validieren in den unterschiedlichsten Disziplinen verwendet – ist etwas „valide“ wird es für wertig bzw. gültig betrachtet.
Validierung im Kontext der Kommunikation bedeutet die Realität eines anderen Menschen für gültig zu erklären und erfüllt damit ein menschliches Grundbedürfnis, nämlich gesehen, gehört und ernst genommen zu werden – in dem was man wie erlebt. Validieren bedeutet, die Perspektiven des anderen anzuerkennen und zu bestätigen, ohne sie zu bewerten und zu korrigieren. Es bedeutet, die Gefühle einer anderen Person ernst zu nehmen und zu würdigen. Es geht darum anzuerkennen, dass Gefühle und Gedanken aus der Perspektive der jeweiligen Person Sinn ergeben – auch wenn man selbst die Situation vielleicht anders sieht.
Validieren vereint Erkenntnisse aus Bindungstheorie, Emotions- und Entwicklungspsychologie und Neurobiologie (Polyvagal-Theorie) und ist nicht nur eine hilfreiche Haltung, sondern ein zentraler Wirkfaktor in Beziehung und innerpsychischer Entwicklung.
Validieren und Nicht-Validieren
Wenn wir validieren, versuchen wir nicht sofort zu erklären, zu korrigieren oder zu bewerten. Stattdessen hören wir zu, fragen nach und zeigen Interesse daran, wie eine andere Person die Welt erlebt.
Validieren bedeutet:
- sich wirklich für das Erleben des Gegenübers zu interessieren
- Gefühle und Gedanken als nachvollziehbar anzuerkennen
- der anderen Person mit Respekt und Offenheit zu begegnen
- zu versuchen, sich in ihre Situation hineinzuversetzen
Wichtig ist: Validieren heißt nicht, automatisch recht zu geben oder die eigene Meinung aufzugeben. Es bedeutet vielmehr, dem Erleben des anderen einen Platz zu geben.
Das Gegenteil davon ist, wenn Gefühle klein geredet, relativiert oder als „übertrieben“ oder „falsch“ bezeichnet werden. Das führt oft dazu, dass Menschen sich missverstanden oder nicht ernst genommen fühlen.
Nicht-validierenden Äußerungen sind:
- „So schlimm kann/wird es schon nicht sein“
- „Da musst du dich nicht fürchten“
- „Das ist doch kein Grund sich so aufzuregen“
- „Du bist einfach zu sensibel“
- „Führ dich nicht so auf/reiß dich zusammen“
Nicht-Validieren entsteht meist nicht aus böser Absicht, sehr oft hat man es selbst nicht anders gehört/erlebt bzw. ist mit der Situation überfordert und möchte, dass die unangenehmen Gefühle beim Anderen möglichst schnell wieder verschwinden.
Eine validierende Haltung schafft dagegen Vertrauen, Verbindung und Verständnis – im Rahmen einer Paar– oder Familientherapie kann das auch geübt werden.