Mag. Anna Maksys

Präventive Psychotherapie

Psychotherapie wird oft erst dann gesucht, wenn die Not schon groß ist. Präventive Psychotherapie geht einen anderen Weg: Sie setzt früher an – bei der Frage „Was hält gesund“ oder an den Stellen, wo sich erste Muster zeigen, die langfristig belasten könnten, aber noch nicht zur manifesten Erkrankung geworden sind.

Salutogenese – Was hält gesund?

Warum werden manche Menschen unter enormer Belastung krank, während andere unter denselben Bedingungen gesund bleiben? Diese Frage stand am Anfang eines Denkansatzes, der die Gesundheitswissenschaften bis heute prägt: die Salutogenese.

Der Begriff geht auf den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923–1994) zurück, der ihn in den 1970er Jahren als Gegenbegriff zur Pathogenese (Was macht krank?) prägte. 

Im Zentrum des Modells steht das Kohärenzgefühl (Sense of Coherence, SOC). Es bestimmt, wie gut ein Mensch vorhandene Ressourcen zur Bewältigung von Belastungen aktivieren kann. Antonovsky beschreibt drei zusammenhängende Komponenten:

  • Verstehbarkeit: das Gefühl, dass die eigene innere und äußere Welt im Grunde geordnet, erklärbar und einigermaßen vorhersehbar ist – auch wenn nicht alles angenehm ist,
  • Handhabbarkeit: die Zuversicht, dass Anforderungen und Belastungen mit eigenen oder verfügbaren Ressourcen zu bewältigen sind, statt einen hilflos zu überrollen und
  • Sinnhaftigkeit: das Gefühl, dass sich Engagement für die Herausforderungen des Lebens lohnt – dass zumindest ein Teil davon emotional bedeutsam ist. Menschen mit ausgeprägtem Kohärenzgefühl bewältigen Stressoren nachweislich besser und bewegen sich tendenziell in Richtung des gesunden Pols des sogenannten Gesundheits-Krankheits-Kontinuums.

Präventive Arbeit kann sinnvoll sein, wenn Sie

  • sich in einer Übergangsphase befinden (Trennung, Elternschaft, berufliche Veränderung, Pensionierung etc.)
  • merken, dass Sie hohe Ansprüche an sich selbst stellen und das zunehmend erschöpft
  • das Gefühl haben, in Beziehungen immer wieder ähnliche Schwierigkeiten zu erleben
  • Kinder haben und bewusster gestalten möchten, was Sie weitergeben
  • nach einem schwierigen Lebensabschnitt wieder Boden unter den Füßen finden möchten

Wie arbeite ich in diesem Bereich?

Ich arbeite systemisch und beziehungsorientiert. Das bedeutet: Ich schaue nicht nur auf das, was in Ihnen vorgeht, sondern auch auf den Kontext, in dem Sie leben – Ihre Geschichte, Ihre Beziehungen, die Muster, die sich über Generationen ziehen können.

  • Primärprävention – Verhindern: Hierbei steht die Stärkung von Resilienz, emotionaler Kompetenz und Beziehungsfähigkeit im Vordergrund. 
  • Sekundärprävention – Früh erkennen: Hilfreich sind hier meist Kurzzeitinterventionen und psychoedukative Angebote z.B. bei ersten Anzeichen von Burnout, ersten Symptomen von Angst oder depressiver Verstimmung.
  • Tertiärprävention – Rückfällen vorbeugen, Chronifizierung verhindern: Ziel ist die Stabilisierung und/oder die Rückfallprophylaxe. Hier überschneidet sich Prävention mit klassischer Therapie.

Präventive Psychotherapie zielt darauf ab, psychische Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Sinnvoll ist präventive Psychotherapie vor allem in Zeiten erhöhter psychischer Belastung, bei erhöhten Risikofaktoren in der Familie oder in der Umwelt, aber auch zur Rückfallverhütung.

Ich freue mich, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen – Meine Praxis für Psychotherapie, Psychologie, Paar- und Familientherapie liegt zentral in 1030 Wien.