Präventive Psychotherapie

Psychotherapie wird oft erst dann gesucht, wenn die Not schon groß ist. Präventive Psychotherapie geht einen anderen Weg: Sie setzt früher an – an der Steigerung den Stellen, wo sich erste Muster zeigen, die langfristig belasten könnten, aber noch nicht zur manifesten Erkrankung geworden sind.

Präventive Arbeit kann sinnvoll sein, wenn Sie

  • sich in einer Übergangsphase befinden (Trennung, Elternschaft, berufliche Veränderung, Pensionierung etc.)
  • merken, dass Sie hohe Ansprüche an sich selbst stellen und das zunehmend erschöpft
  • das Gefühl haben, in Beziehungen immer wieder ähnliche Schwierigkeiten zu erleben
  • Kinder haben und bewusster gestalten möchten, was Sie weitergeben
  • nach einem schwierigen Lebensabschnitt wieder Boden unter den Füßen finden möchten

Wie arbeite ich in diesem Bereich?

Ich arbeite systemisch und beziehungsorientiert. Das bedeutet: Ich schaue nicht nur auf das, was in Ihnen vorgeht, sondern auch auf den Kontext, in dem Sie leben – Ihre Geschichte, Ihre Beziehungen, die Muster, die sich über Generationen ziehen können.

  • Primärprävention – Verhindern: Hierbei steht die Stärkung von Resilienz, emotionaler Kompetenz und Beziehungsfähigkeit im Vordergrund. 
  • Sekundärprävention – Früh erkennen: Hilfreich sind hier meist Kurzzeitinterventionen und psychoedukative Angebote z.B. bei ersten Anzeichen von Burnout, ersten Symptomen von Angst oder depressiver Verstimmung.
  • Tertiärprävention – Rückfällen vorbeugen, Chronifizierung verhindern: Ziel ist die Stabilisierung und/oder die Rückfallprophylaxe. Hier überschneidet sich Prävention mit klassischer Therapie.

Spezifische Konzepte mit systemisch-präventivem Charakter

  • Salutogenese (Antonovsky): Statt zu fragen „Was macht krank?“ fragt Antonovsky „Was erhält gesund?“ – Kohärenzgefühl als zentraler Schutzfaktor. Das Kohärenzgefühl entsteht in sozialen Systemen und ist deshalb systemisch beeinflussbar.
  • Resilienzförderung im Familiensystem: Froma Walsh hat ein explizit systemisches Resilienzmodell entwickelt: Resiliente Familien haben bestimmte Kommunikationsmuster, Glaubenssysteme und Organisationsstrukturen. Prävention heißt hier: diese Muster fördern, bevor Krisen eintreten.
  • Lösungsfokussierte Kurztherapie (de Shazer) als Prävention auf Ausnahmen und Stärken fokussiert.
  • Narrative Therapie (White & Epston) präventiv – hilft Menschen, alternative, stärkende Selbsterzählungen zu entwickeln, bevor problematische dominante Narrative sich verfestigen.

Präventive Psychotherapie zielt darauf ab, psychische Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Sinnvoll ist präventive Psychotherapie vor allem in Zeiten erhöhter psychischer Belastung, bei erhöhten Risikofaktoren in der Familie oder in der Umwelt, aber auch zur Rückfallverhütung.

Ich freue mich, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen – Meine Praxis für Psychotherapie, Psychologie, Paar- und Familientherapie liegt zentral in 1030 Wien.